
Das heutige Militärhistorische Museum der Bundeswehr blickt inzwischen auf eine fast 110 jährige wechselvolle Geschichte als Museum zurück.
Nach Plänen des Stararchitekten Daniel Libeskind wurde das historische Arsenalgebäude mit einem Neubau erweitert, der in Form eines transparenten Keils die spätklassizistische Fassade durchbricht und damit bereits Innovation assoziiert.
Im Gegensatz zu der bisher üblichen Darstellung der Militärgeschichte widmet sich das neue Museumskonzept den Ursachen und Auswirkungen von Krieg und Gewalt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit all seinen Ängsten, Hoffnungen, Leidenschaften, Erinnerungen, Trieben, mit seinem Mut, seiner Vernunft und Aggressionsbereitschaft, denn Krieg ist nur verständlich, wenn seine Darstellung die Natur des Menschen zur Grundlage nimmt.
Die Neugestaltung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr vollzieht sich auf einer architektonischen und einer inhaltlich-gestalterischen Ebene. Gemeinsame Grundlage ist das inhaltliche Rahmenkonzept des Museums aus dem Jahr 2001. In dessen Mittelpunkt stehen Kontinuitäten und Brüche des Verhältnisses von Militär und Gesellschaft in Deutschland vom Mittelalter bis heute.
Das Museum wird nicht nur staatliche Gewaltanwendung zum Thema haben, sondern auch Formen gesellschaftlicher Gewaltausübung zeigen und so einen Baustein zu einer Kulturgeschichte der Gewalt liefern. Tradition und Innovation – alte und neue Zugänge zum Verständnis des Verhältnisses von Militär und Gesellschaft bilden die Eckpunkte des neuen Programms. Diese Konzeption gibt dem Leitmuseum der Bundeswehr ein unverwechselbares Profil sowohl im Vergleich mit allgemein historischen als auch mit anderen militärgeschichtlichen Museen. Ab Ende 2011 soll sich das neue Museum dem Besucher auf fast 20.000 Quadratmetern Innen- und Außenfläche und mit einem Bestand von 1,2 Millionen Objekten präsentieren und wird damit Dresdens größtes Museum sein.
Kontakt:
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden
© Galeriebild: Architekt Daniel Libeskind AG
ACHTUNG:
Bedingt durch die Vorbereitungen für die neue Dauerausstellung ist das Militärhistorische Museum bis zur Wiedereröffnung Ende 2011 geschlossen.